Kleine Chronik

Zusammengestellt von Josef Klötsch (erstellt 1986)

Katzwinkel, ein Dorf mit jetzt rund 160 Einwohnern, liegt im Gäsbachtal, einem rechten Seitental des oberen Uessbaches, knapp 500 m westlich der Bundesstraße 257, Kelberg-Ulmen. Es liegt nahe, dass man den Namen Katzwinkel mit Katze in Zusammenhang bringt. Einen Ort namens Katzwinkel gibt es übrigens noch in der Nähe von Betzdorf an der Sieg, zu dem seit einigen Jahren freundschaftliche Beziehungen unterhalten werden.

Katzwinkel ist eine recht junge Ansiedlung; denn die älteste, bisher bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1553. Wenn auch die Geschichte nur wenige Jahrhunderte zählen mag, so gibt es doch eine Reihe von Anzeichen (Funde von Steinbeilen usw.), die darauf hin deuten, dass sich in der Gemarkung Katzwinkel bereits vor 4000 Jahren Menschen angesiedelt hatten. Weitere Funde in der Flur Scheidheck beweisen eine Siedlung in der Römerzeit (50 v. Chr. bis 500 n. Chr.) und des Mittelalters (500 bis 1500 n. Chr.). Die mittelalterliche Siedlung in der Flur Scheidheck gehörte in späteren Jahren zu den Besitztümern des Klosters Springiersbach, welche in späteren Jahren (Franzosenzeit) enteignet und an einen Bürger aus Gefell verkauft wurde. An die Besitztümer dieses Klosters in den Orten der Pfarrei Uess erinnert heute noch das Wappen des Klosters an der Decke des alten Kirchenschiffes in Uess.

Die Geschichte Katzwinkels ist in vielen Zeitabschnitten eng mit der Geschichte des Pfarrortes Uess verknüpft und gehörte wie dieser zur Grafschaft und dem Amte Nürburg und kirchlicher- wie weltlicherseits zum Kurfürstentum und Erzbistum Köln. Auch hieran erinnern Wappen im Uesser alten Kirchenschiff.

Unter französischer Herrschaft gehörte Katzwinkel in die Mairie Sarmersbach, dem Kanton Daun. Mit Beginn der Preußenzeit (1815) wurden die Bezeichnungen Mairie Sarmersbach und Kanton Daun in Bürgermeisterei Sarmersbach und Kreis Daun geändert. Die Bürgermeisterei Sarmersbach wurde 1931 aufgelöst und in die Bürgermeisterei Daun eingegliedert. Seit der Verwaltungsreform 1970 gehört Katzwinkel der Verbandsgemeinde Kelberg an. Katzwinkel wurde, nachdem es wahr-scheinlich seit der Gründung der Pfarrei Uess zu ihr gehört hatte, im Jahre 1804, als unter französischer Herrschaft die Gemeinden neu gegliedert wurden, der Pfarrei Hilgerath zugeteilt und nach mehr als 100 Jahren, im Jahre 1916, wieder an Uess angeschlossen.

Schannat-Bärsch gibt 1854 Katzwinkel als Dorf mit 25 Wohnungen und 118 Einwohnern und einer Kapelle an. Zu dieser Zeit hatte Katzwinkel 40 Morgen Holzungen, 630 Morgen Schiffel- und Ödland, I Morgen Wiesen. Dieses ergibt eine Gesamtfläche von 671 Morgen oder nicht ganz 170 Hektar. Hierin mögen wohl die größeren Heideflächen nicht enthalten sein, denn die Gemeinde verfügt heute über eine Fläche von 385 Hektar.

Bereits im Jahre 1951 wurde die Einführung eines Wappens beschlossen, dieser Beschluss aber nicht weiter verfolgt. Dieses Wappen, dessen Entwurf von dem Bürgermeister a.D. Decker aus Rheinbreitbach stammt, zeigt auf silbernem Wappenschild ein schwarzes Kreuz (Hinweis auf die Zugehörigkeit zu Kur-Köln, umwinkelt von 4 grünen Drei-Bergen (Hinweis auf die Lage von Katzwinkel zwischen 3 Bergen am Zusammenfluss von 3 Bächen).

Wie bereits erwähnt, umfasst die Gemarkung der Gemeinde Katzwinkel heute eine Fläche von 385 Hektar, hievon sind ca. 100 Hektar Wald, da von annähernd 60 Hektar im Besitz der Gemeinde. Die Größe der landwirtschaftlichen Nutzfläche beträgt ca. 240 Hektar, davon etwa je zur Hälfte Acker- und Grünland. Der Rest der Fläche gliedert sich in bebaute Wohnfläche, Öd- und Wildland sowie Straßen und Wege.

Die Zahl der Einwohner, die von Schannat-Bärsch 1854 mit 118 angeben wurde, hat sich fast 100 Jahre auf dem Stand um 120 Einwohner gehalten, ebenfalls die Zahl der Wohnungen. 1945, nach dem 2. Weltkrieg, zählte Katzwinkel 26 Häuser, einschließlich Schule und einer Kapelle, damit also auch 27 Wohnungen. Erst nach 1960 setzte in Katzwinkel langsam eine Bautätigkeit ein, so dass die Zahl der Häuser sich heute mit 55 mehr als verdoppelt hat. Hierbei sind natürlich auch einige Häuser, die nur an den Wochenenden genutzt werden, so dass die Zahl der Einwohner zwischen 140 und 150 Personen schwankt. Dazu kommen etwa 50 Personen, die an den Wochenenden ihre Häuser in Katzwinkel bewohnen.

Die Ortsstraßen wurden mit einer Oberflächenentwässerung 1961 ausgebaut. Im gleichen Jahr erfolgte auch der Ausbau der Verbindungsstraße in Richtung Bundesstraße 257 (jetzt Kreisstraße K 22). Die Bundesstraße 257 selbst wurde ebenfalls erst 1961 wieder instandgesetzt und bis Ulmen ausgebaut.

Wie lange Katzwinkel eine Kapelle hatte, ist nicht mehr genau feststellbar. Zumindest hat Schannat-Bärsch im Jahre 1854 angegeben, dass in Katzwinkel eine Kapelle vorhanden sei. Diese Kapelle hat wohl weit mehr als 100 Jahre den Gläubigen gedient und befand sich im Jahre 1950 in einem sehr schlechten, kaum noch renovierungsfähigen Zustand an einem sehr schlechten Standort. So wurde denn in diesem Jahr der Bau einer neuen Kapelle beschlossen und mit dem Bau begonnen.Die Einweihung der neuen Kapelle war am Katharinentag 1952. Die alte Kapelle wurde 1956 abgebrochen und das Grundstück an einen Anlieger verkauft.

Trotz der Lage am Zusammenfluss von 3 Bächen war die Versorgung mit Trinkwasser in Katzwinkel viele Jahre lang sehr problematisch und erfolgte über 2 Laufbrunnen, an denen auch das Vieh getränkt wurde. Darüber hinaus hatten einige Dorfbewohner eigene Brunnen. Nach mehreren Eigenversuchen, eine zentrale Wasserversorgung zu erstellen, die jedoch immer wieder an nicht ausreichender Menge guten Wassers scheiterten, gründete man dann mit 4 weiteren Gemeinden der sogenannten Struth das Gruppenwasserwerk Struth.

Die Kinder aus Katzwinkel besuchen seit 1977 den Kindergarten in Kelberg. Bereits zu Beginn des 2. Weltkrieges hatte in Katzwinkel ein Kindergarten bestanden, der jedoch im letzten Kriegsjahr seinen Betrieb eingestellt und nach dem 2. Weltkrieg nicht wiederaufgenommen hat.

Die Katzwinkeler Bürger waren seit eh und je Landwirte, wenn auch häufig in kleinen Betrieben. Die um 1909 durchgeführte Zusammenlegung hatte die Arbeit der Landwirte erheblich erleichtert und verbessert. Einige Bürger unserer Gemeinde übten nebenbei auch ein Handwerk aus, so gab es einen Schreiner, einen Stellmacher, Maurer und Zimmerleute. Andere Handwerksberufe wie Schmied, Schuhmacher und Schneider waren zumindest in der Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg in Katzwinkel nicht vorhanden.

Zwischen den beiden Weltkriegen gab es in Katzwinke126 Familien, die alle eine Landwirtschaft, teilweise eine kleine, bewirtschaftet haben. Daneben gab es einen selbständigen Maurermeister, eine Reihe von Maurergesellen sowie einige Anstreicher (Weißbänder - wie man sie damals nannte). Schreiner und Stellmacher gab es nicht mehr. Außerdem gab es einen Kolonialwarenladen und einen Landesproduktenhandel.

Eine Gastwirtschaft war in Katzwinkel nicht. An diesem Zustand änderte sich auch nach dem 2. Weltkrieg bis weit in die 50-iger Jahre nichts.

Alle damals vorhandenen Familien, mittlerweile waren es 28, bewirtschafteten alle meist kleinere Landwirtschaften. Das Lebensmittelgeschäft bestand bis Anfang der 1970-iger Jahre. Der Landesproduktenhandel besteht heute noch, der Anstreicher (inzwischen ist es nur mehr einer) vergrößerte seinen Betrieb erheblich und beschäftigt eine Anzahl Gesellen und Lehrlinge. Der Maurermeister hat aus Altersgründen seinen Betrieb aufgegeben.

 Zu Beginn der 1960-iger Jahre wurde eine große Anzahl kleinerer Landwirtschaftsbetriebe aufgegeben; die Besitzer verpachteten ihr Land an die anderen Landwirte und gingen einer Vollbeschäftigung - meist im Baugewerbe - nach. Inzwischen sind es noch 9 Betriebe, die eine Viehhaltung haben, während noch 3 weitere Betriebe kleinere Flächen Getreide anbauen. Von diesen 9 Betrieben mit Viehhaltung bewirtschaften 4 den Betrieb als Neben- oder Zuerwerbslandwirtschaft, die übrigen 5 bewirtschaften das gesamte restliche Katzwinkeler Land, so dass die durchschnittliche Betriebsgröße weit über 100 Morgen (25 Hektar) liegt.

Die Kapelle, über deren Bau bereits berichtet wurde, ist der hl. Katharina geweiht. Kirchweih (Kirmes) feiert die Gemeinde jedoch nicht an diesem Tag, sondern zusammen mit der Pfarrei Uess, am Sonntag vor Pfingsten.

Alte Sitten und Gebräuche werden in der Gemeinde gepflegt. So stellt die Jugend alljährlich in der Nacht zum 1. Mai einen Maibaum auf, macht hierbei in dieser sogenannten Hexennacht auch einige Streiche bei Bürgern der Gemeinde.
Am Pfingstsonntag führt die Dorf jugend das sogenannte Eiersingen durch, indem sie von Haus zu Haus geht und mit einem bestimmten Lied Eier und andere Gaben sammelt, die dann anschließend bei einem gemütlichen Beisammensein zubereitet und verzehrt werden.

Lied vom Eiersingen:  

1. Hier kommen wir gegangen,
die Eier zu empfangen,
feiner Liebchen fein,
so singen uns die Vögelein. 

2. Und wenn ihr uns keine Eier gebt,
holen wir euch die Hühner mit,
feiner Liebchen fein,
so singen uns die Vögelein.
feiner Liebchen fein,
so singen uns die Vögelein.

Die Hillich ist seit eh und je von den Jungen des Dorfes geschliffen worden. Leider wird dieser schöne Brauch, der auch heute noch mit eisenbereiften Wagen, Sensen und dem Singen der traditionellen Lieder durchgeführt wird, zu sehr mit dem aus den Städten zu uns hergetragenenPolterabend vermischt.

 Die Vorstellung und Beschreibung unseres Dorfes wäre sicher nicht vollständig, würde man nicht auf das westlich des Dorfes am Karl-Kaufmann-Weg (Ferkelsstraße) gelegene Afelskreuz mit dem dort errichteten Kapellchen hinweisen.
Hinweisen sollte man aber auch auf die seit Jahren bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu den Namensvettern und zu der Bergmannskapelle in Katzwinkel an der Sieg.

Bis auf den heutigen Tag wurden die Gemeinderäte in Katzwinkel im Rahmen der Mehrheitswahl gewählt, d.h. Wahlvorschläge gibt es vor der Wahl nicht. Die 5 Bürger der Gemeinde, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen, sind in den Ortsgemeinderat gewählt.
Fremdenverkehr gibt es in Katzwinkel so gut wie überhaupt nicht. Tatsache ist jedoch, dass private Initiative in Richtung Fremdenverkehr dringend notwendig ist. Die Gemeinde würde derartige Initiativen begrüßen.

Widmen wir noch ein Wort den vielen Wochenendlern, die aus den nahen Ballungsgebieten bei uns Ruhe und Entspannung suchen. Mit ihnen und zu ihnen gab es und gibt es seit nunmehr über 10 Jahren keinerlei Probleme. Ihnen allen muss bestätigt werden, dass sie sich sehr aufgeschlossen in die Dorfgemeinschaft eingefügt haben.

Das ist unser Heimatdorf Katzwinkel mit seiner Geschichte, seinen Schönheiten, aber auch seinen Nachteilen, unser Heimatdorf, so wie wir es lieben.

Erstellt von Josef Klötsch und 1986 in d. Festschrift anlässlich des Musikfestes u. der Bürgerhauseinweihung veröffentlicht

   

Wappen  

   

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