Bürger halten ihr Dorf selbst in Schuss

Von unserem Redakteur Stephan Sartoris

Besuch in der ausgezeichneten Gemeinde: 57 der rund 160 Katzwinkeler sind der Einladung des Trierischen Volksfreunds zur Dorffoto-Aktion gefolgt.

Katzwinkel. Manfred Lenartz freut sich über den Besuch des Trierischen Volksfreunds (TV) an diesem sonnigen Nachmittag: "Die Dorffoto-Aktion finde ich gut. Ein solches Bild bekommt im Lauf der Zeit einen immer höheren Erinnerungswert." Kein Wunder also, dass der TV freundlich empfangen wird in Katzwinkel, einem 160-Einwohner-Ort in der Verbandsgemeinde Kelberg. Dort ist Lenartz seit 2004 Ortsbürgermeister.
 
Für den Besucher stellt sich gleich die Frage: Wie kommt Katz winkel zu seinem Namen? Dass es etwas mit "Katze" zu tun hat, liegt nah, und obwohl schon mehrfach versucht wurde, mehr über den Ursprung herauszufinden, gibt es bis dato aber noch keine wirkliche Erklärung, versichert Josef Klötsch, der mehr als 30 Jahre Ortsbürgermeister war.
 
Zwischenzeitlich kommen immer mehr große und kleine Bürger zum schmucken Dorfplatz, um von TV-Fotograf Klaus Kimmling aufs Bild gebannt zu werden. Der Ortsbürgermeister hilft noch mit einer Leiter aus, und schon kann es losgehen. Noch ein paar Anweisungen, und schon ist das Foto, auf dem 57 Katzwinkeler zu sehen sind, fertig. Wenn sich schon mal so viele Einwohner versammeln, sollen sie aber nicht gleich wieder verschwinden, deshalb sorgt der Ortsbürgermeister noch schnell für ein paar kühle Getränke.
 
Manfred Lenartz (46) kann von einer intakten Dorfgemeinschaft berichten, die den Ort schon lange auszeichnet. Dazu gehört das Vereinsleben mit Musikverein und Feuerwehr, aber auch feste Termine wie an Heiligabend die Weihnachtsmusik mit gemeinsamem Singen am Weihnachtsbaum auf dem Dorfplatz.
 
Seit vielen Jahren werden viele Arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich von den Bürgern erledigt. "Allein in der Renovierung des Gemeindehauses stecken 1500 Stunden an Eigenleistung", berichtet der Ortsbürgermeister. Aber auch kleinere Arbeiten wie Hecken schneiden, Beete pflegen oder Rasen mähen werden von den Katzwinkelern selbst erledigt. Lenartz: "Wir brauchen keinen Gemeindearbeiter, wir halten unser Dorf selbst in Schuss." Und das seit Jahren regelmäßig: Der Ortsbürgermeister lädt ein, und die Freiwilligen treffen sich, um kleinere Arbeiten, aber auch größere Projekte in Angriff zu nehmen. So ist auch der Jugendraum entstanden.
 
So viel Einsatz wird auch gewürdigt. Mit dem Projekt "Ein Abend für den Ort" war die Gemeinde einer der zehn Preisträger des Ehrenamtspreises 2005, den das Land Rheinland-Pfalz für herausragende kommunale Projekte verleiht. Insgesamt hatten sich damals 97 Kommunen beteiligt.
 
Im gut gepflegten Internetauftritt des Orts ist zu lesen, wie die Katzwinkeler ihr Engagement einschätzen: "Das gemeinsame Arbeiten spart der Gemeinde nicht nur einen Haufen Geld, sondern es macht auch Spaß und es stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl im Ort."
 
Die Dorffoto-Aktion des Trierischen Volksfreunds geht weiter: am Samstag, 18. September, in Oberelz (Treffpunkt 14 Uhr Gemeindehaus) und Lirstal (Treffpunkt 15 Uhr am Bürgersaal).

 

Artikel im Trierischen Volksfreund vom 16. Sept. 2010 zum Download (3 MB, inkl. Fotos)

   

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